Kursberichte 2017

Kursbericht Kurs 5: Weberei Jenny & Textildruck Mitlödi

29. August 2017

Die Bilder zum Kurs sind in der Galerie aufgeschalten.

Eine grosse, ansehnliche Schar WHW-ler treffen sich in Mitlödi – weit hinten im Glarnerland. Der Kursablauf heute: Am Morgen wird die Druckerei besichtig mit anschliessendem Besuch des Fabrikladens, das Mittagessen wartet in Mollis auf uns und anschliessend lernen wir die Weberei Jenny in Niederurnen kennen.

Die spannende Führung in der Mitloedi Textildruckerei beginnt mit Frau Hoesli, sie erklärt uns im wunderschönen Besprechungszimmer den Werdegang der Druckerei und die verschiedenen Abläufe des Druckes. Hier werden für Namhafte Labels Drucke entworfen oder auch «nur» ausgeführt; mit neuester Technik werden die schönsten Produkte angeboten, wobei natürlich auch auf ökologische Verfahren geachtet wird.

Während des Betriebsrundgang dürfen wir dem Textildesigner über die Schulter schauen, was gibt es doch für viele Formen und Farben. Ganze Gestelle sind mit Farbmustern, verschiedenen Stickfarben und noch vieles mehr gefüllt.

Um die Stoffe zu bedrucken werden zuerst die Farben gemischt. Alles geht automatisch, es gibt Förderbänder, welche die Kessel an die gewünschten Farben fährt und die genaue Menge abfüllt. Für die Drucke werden Schablonen verwendet, welche bereitstehen und mehrmals eingesetzt werden. Danach werden die Stoffe bedruckt. Es gibt vier Tische für den Flachfilmdruck, welche 60 Meter lang und für eine Breite von 160 cm geeignet sind Es braucht ca. 4 Stunden bis ein Stoff bedruckt ist. Die Farbanzahl ist hier unbeschränkt. Einfach spannend den Arbeiten hier zuzuschauen.

Dann gibt es noch die Flachfilmdruckmaschinen die bis zu 20 Farben und 160 cm Warenbreite druckt, oder bis 12 Farben und 240 cm Nutzbreite. Eine Rotationsdruckmaschine, eine Papierdruckmaschine sowie 5 Digitaldruckmaschinen stehen für die Stoffdrucke bereit. Die bedruckten Stoffe werden noch in gigantischen Maschinen fixiert und gewaschen, somit sind sie bereit für die Auslieferung! Einige werden noch im Fabrikladen fündig und bringen Stoffe, Bettwäsche und und und... nach Hause. Zu erwähnen gilt, dass die Druckerei Mitlödi ein flexibles und innovatives Unternehmen ist, dass bereit ist auch individuelle Lösungen zu schaffen.

Zum Mittag gehen wir alle gemeinsam nach Mollis ins Restaurant Löwen; ein sehr empfehlenswertes Gasthaus. Frisch gestärkt machen wir uns auf für die Besichtigung der Weberei Jenny in Niederurnen.

Wir werden von Frau Meile in Empfang genommen. Die Weberei zählt 90 Mitarbeiter (45 in der Weberei) und fast gleich viele Maschinen, nämlich 89. Wir hören viel über Kette, Konen, Kettbaum, Fadenwächter; so viele neue Eindrücke und Fachbegriffe, jeder, der nicht dabei war, hat etwas verpasst!

Spannend, wie viele Arbeitsgänge getätigt werden müssen bis nur mal die Kette steht. Jeder von Euch hat sicher mal als Kind einen Handwebrahmen gesehen und benutzt, dies müsst ihr euch einfach in Riesengross vorstellen.

Wir werden durch die verschiedenen Hallen gelotst. Überall sieht man den Staub, der entsteht obwohl Absaug-Mechanismen im Einsatz sind. Nebst den Staubfusseln besteht ein Lärmpegel der nach Ohrstöpseln verlangt. Die Maschinen stehen selten still, da ein 5 ½ Tage Woche Rhythmus besteht. Am Schluss der Produktion werden die gewebten Stoffe von Hand/Auge auf Fehler kontrolliert. Falls ein Knubbel oder sonstiges gesichtet wird, muss dieser entfernt werden. Also ein gutes Auge und eine ruhige Hand sind gefragt. Ein Fehler pro 10 Meter ist erlaubt, alles andere ist Ausschuss!

Wir haben einen riesigen Einblick in die verschiedenen Fabriken gewonnen: Hut ab was da geleistet wird! Mit vielen Ideen und Eindrücken verabschieden und bedanken wir uns bei den beiden Mitarbeitern der Firmen und treten die Heimfahrt an.

Danke für die Organisation, wir haben sehr viel sehen und lernen dürfen.

Sonja Kaufmann, Egnach